3D Druck für das Leben im Weltall – Neue Projekte

Ein Anwendungsbereich für 3D-Drucker ist bisher nur sehr unzureichend erforscht worden. Das Weltall ist immer noch unerforscht und so sieht es halt auch mit der Drucktechnik im All aus. Doch mittlerweile ist auch die Forschung ein gutes Stück weitergekommen. In unzähligen Projekten wird die Anwendbarkeit der Technik im Weltall untersucht. Die Fortschritte können sich sehen lassen.

Bauen im Weltall

Ein Anwendungsbereich des 3D-Drucks im Weltall könnte zukünftig das Bauen von Unterkünften sein. So überrasche des Unternehmen RedWorks erst kürzlich die Netzgemeinde und die Welt der Forschung, als die Firma ankündigte, die Wohnungen für zukünftige Marsbewohner drucken zu wollen. Im Januar verkündete das Unternehmen, dass die ersten Testversuche noch in diesem Jahr beginnen sollten.

Grundlage der Technologie ist die Produktion vor Ort, ohne das schwere Industrieanlagen aufgebaut werden müssen. So soll der Druck der Unterkünfte und deren Inventar aus Materialen erfolgen, die auf dem Mars in ausreichender Menge vorhanden sind. Doch auch hier auf der Erde könnte das System in Zukunft gute Dienste leisten, denn durch die modulare und sehr flexible Struktur der Bauten, bieten sich viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. In der Planung sind insbesondere umweltfreundliche Siedlungen, wobei in dem Zusammenhang auch die Abfallwirtschaft von den Erkenntnissen des Unternehmens profitieren könnte.

Konkurrenz schläft nicht

Allerdings ist RedWorks nicht die einzige Firma, die sich mit dem Problem des Wohnens im Weltraum beschäftigt. Auch französische Unternehmen haben entsprechende Projekte ins Leben gerufen und wollen den Menschen, ebenfalls mit gedruckten Behausungen, ein Überleben im All ermöglichen. Allerdings muss man gar nicht so sehr in die Ferne schweifen, auch direkt vor der eigenen Haustür – im Erdorbit – gibt es noch ausreichend zu entwickeln. Vorreiter hier ist die ESA, welche jetzt einen 3D-Drucker für die ISS entwickelt.

Für das Projekt stehen rund 500.000 Dollar an Budget zur Verfügung. Der Auftrag für die Entwicklung wurde bereits im Januar an vier Technologieunternehmen vergeben, wobei das Ganze unter der Projektbezeichnung MELT läuft. Hierbei geht es in erster Linie darum, einen 3D-Drucker zu schaffen, der elektrische Schaltungen erzeugen kann, was ein wesentliches Ersatzteilproblem – auch für ausgedehntere Flüge ins All – lösen würde. Aktuell wurde bekannt gegeben, dass das Projekt im Mai 2017 seinen erfolgreichen Abschluss finden soll.

In ungeahnte Weiten

Doch ist das lange noch nicht das Ende der Ideen. Derzeit erforschen Wissenschaftler an der Stanford University auch die Erde mittels des 3D-Druckverfahrens. Bei dem Projekt geht es um die Untersuchung mikroskopischer Gesteinsstrukturen, welche durch den Drucker auf einen physisch greifbaren Maßstab vergrößert werden. Bereits im Mai 2016 konnte die russische Raumfahrtbehörde vermelden, dass der aus dem Drucker stammende Nanosatellit „Roscosmos“, erfolgreich die ersten Daten übertragen hat. Schon im April starte hingegen die Rakete „ZEpHyR“ in Schweden zu ihrem ersten Flug. Diese wurde ebenfalls mit Teilen aus einem 3D-Drucker gebaut und wird als die erste Öko-Rakete bezeichnet.

Übrigens bleibt auch die NASA nicht untätig. Sie entwickelt gerade einen 3D-Drucker, welcher auch bereits benutzte Filamente wieder recyceln kann. Somit würden die im All erzeugten Gegenstände gleich in doppelter Hinsicht einsetzbar sein. Sollte ein Teil nicht mehr benötigt werden, kann es einfach wiederverwertet werden, was auch dort für einen Schutz des Kosmos vor dem Zumüllen durch den Menschen sorgt. All das zusammengenommen, verspricht in jedem Fall eine goldene Ära der Raumfahrt, die viele Probleme, die heute noch nicht bewältigt werden können, aus dem Weg räumen wird. Man darf gespannt sein, wann die Visionen aus Raumschiff Enterprise mittels des 3D-Drucks Realität werden.

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