Bekannte Denkmäler auf weltweiter Wanderschaft

Weil das historische Palmyra (Syrien) nahezu vollständig von der Terrorgruppe IS zerstört worden war, kann eine Replik des antiken Torbogens nun in New York City begutachtet werden. Schon lange war bekannt, dass Wissenschaftler an diesem Projekt arbeiten. Das Ergebnis wurde zunächst in London ausgestellt, erst danach fand es seinen Weg in den Hall Park in New York City, wo es von Touristen und Einwohnern bewundert werden kann.

Die Herstellung erfolgte mithilfe der Zusammenarbeit des Institute for Digital Archaeology und der UNESCO. Der Torbogen aus dem 3D-Drucker besitzt ungefähr die 66-prozentigen Ausmaße des Originals. Die Umsetzung des Projekts war nur möglich, weil sich das Bauwerk in der Bild-Datenbank befand, einem Programm, das historische Bauten in Krisengebieten mittels 3D-Kameras aufnimmt. Basierend auf den 3D-Modellen und unzähligen 2D-Bildern wurde letztlich die Nachbildung geschaffen. Das Endprodukt ist 7.62 Meter hoch und wiegt stolze 15.000 Kilogramm. Als Druckmaterial diente überwiegend ägyptischer Marmor. Die gedruckten Bauteile wurden anschließend von zwei Robotern zusammengebaut.

Der Große Kurfürst in Mexiko

Im Dezember 2016 kam es zur Fertigstellung einer Gips-Replik der barocken Herrscherfigur des Großen Kurfürsten. Das „Museo Internacional del Barroco“ (Puebla) hatte eine Kopie der über 4 Meter großen Figur des Friedrich Wilhelm von Brandenburg bestellt. Ziel war es, eine beeindruckende Figur zum Thema Barock liefern zu können. Hierzu wendeten sich die Entwickler an die Gipsformerei der Staatlichen Museen, wo die Figur des Kurfürsten in rund 10.000 Einzelteilen lagerte. Bei der genannten Gipsformerei in der Sophie-Charlotten-Straße in Berlin handelt es sich um eine 200 Jahre alte Institution, in deren Hallen 7000 Formen verschiedenster Kunstwerke lagern.

28 Mitarbeiter beherrschen sowohl das alte Handwerk als auch neue Techniken, darunter auch das 3D-Scan-Verfahren. Im November 2015 fingen fünf Gipskunstformer an, den ca. 350.000 Euro teuren Auftrag zu bearbeiten. Anfang 2017 konnte er fertiggestellt werden, sodass die Figur bereit war, die weite Reise über den Atlantik anzutreten. Geliefert wurde sie in drei Teilen, Oberkörper, Schweif und Pferd, und erst in Mexiko zusammengesetzt.

Ein Goethe-Denkmal in Asien

Mithilfe der 3D-Scan-Technik ist es möglich, eine exakte Kopie eines Denkmals anzufertigen, ohne das Original zu berühren. Das Goethe-Denkmal musste in 50 Teile aufgeteilt werden, um die Originalgröße anschließend in Styropor zu fräsen. Zudem wollten die Auftraggeber aus Korea keine Gebrauchsspuren des deutschen Originals auf ihrer Replik. Somit mussten nicht nur die Schäden des Denkmals von Hand repariert werden. Auch die Detailarbeit, wie zum Beispiel die Wiedergabe von Fingern, Augen und Nasenlöchern erfolgte manuell, weil die Fräse des Computers dafür nicht fein genug war.

Erst durch die bildhauerische Nachbearbeitung bekam das Denkmal seinen Ausdruck und sein Leben. Zwar handelte es sich um ein sehr aufwendiges Verfahren, doch für die koreanischen Auftraggeber waren keine Kosten zu hoch. Schließlich sei Goethe auch in Korea als hervorragender Dichter bekannt, äußerte sich You Kyung Son, der Senior Manager der Lotte-Corporation. Weiterhin sagte er, das Projekt habe das Ziel, die Errungenschaften Goethes noch weiter im Land verbreiten zu können.

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