Erste Glasprodukte aus dem 3D Druck

Der 3D-Druck von Glas stellte bisher eine Herausforderung dar, an der viele Unternehmen und Entwickler gescheitert sind. Doch nun soll es auch in dem Bereich zu einer Revolution kommen, denn die israelische Firma Micron3DP will ein Verfahren entwickelt haben, mit dem der Druck von Glas endlich möglich sein soll.

Gläser zum Ausdrucken

Genau diese Nachricht wurde im Jahre 2015 herausgegeben und die Firma präsentierte auch einige anschauliche Fotos und Videos zu dem Thema. Dabei will es den Technikern gelungen sein, weiches und flüssiges Glas mit einer Temperatur von immerhin 1640 Grad Celsius zu drucken. Hieraus ergeben sich bei reproduzierbarem Erfolg enorme Anwendungsmöglichkeiten in der Produktion, der Kommunikationstechnologie und in der Raumfahrt.

Doch war das nicht die einzige Entwicklung, welche im letzten Jahr für Furore im Bereich des Glasdruckes sorgte. Auch am MIT beschäftigten sich Wissenschaftler seit geraumer Zeit mit dem Problem und fanden einen eigenen Ansatz, durch welchen das Drucken mit Glas möglich werden könnte. Die hier entwickelte Methode nennt sich Schmelzschichtung und findet bei einer vergleichsweise niedrigen Temperatur von 500 Grad statt. Das Objekt wird dabei durch das Anwärmen von Glas Stück für Stück in die richtige Form gebracht, was im Groben dem Prinzip des Glasblasens ähnelt. Somit wurden Hightech-Entwicklungen mit uralten Herstellungsmethoden, welche auf das alte Mesopotamien zurückgehen, kombiniert.

Foto: © 3dprintingindustry.com
Foto: © 3dprintingindustry.com

Ein Sprung nach vorn

Die oben genannten Methoden waren Ansätze, die für ihre Zeit vielversprechend wirkten. Doch wie es in der Technologiebranche üblich ist, ist ein Jahr eine kleine Ewigkeit. Nun haben sich russische Wissenschaftler in den Vordergrund gestellt, denn hier soll nun das erste Patent für ein kommerzielles Glasdruckverfahren eingereicht werden.

Der Ansatz der beiden russischen Wissenschaftler Anuar Kulmagambetov und Vladimir Bodyakin beschreibt ein Verfahren, bei dem Glas in Schichten aufgebaut wird. Hierdurch sei eine extrem hohe Präzision der Fertigung zu erreichen, denn Luftblasen oder ungleichmäßiges Abkühlen des Materials gehörten damit der Vergangenheit an. Die beiden Forscher messen Glas dabei eine höhere Bedeutung zu als Beton, wenn es um den Einsatz von Baumaterialen bei entsprechenden Projekten geht.

Natürlich und umweltfreundlich

Das Verfahren basiert auf einem Schmelzofen, dem ständig Siliziumsand zugeführt wird. Der Rohstoff ist auf der Erde nahezu in unerschöpfbarem Ausmaß vorhanden. Dabei ist das Material absolut natürlichen Ursprungs und belastet in keiner Weise die Umwelt, denn Abfallprodukte gibt es nicht. Der Ofen, der als Extrusionseinheit dient wird bei der Technik voll elektrisch betrieben, sodass er quasi in jedem Umfeld, in dem Strom vorhanden ist, zum Einsatz kommen kann. Als weiterer Bestandteil kommt ein Plasmabrenner hinzu, welcher die Oberfläche des Materials glättet und für eine ebenmäßige Struktur sorgt.

Durch das Verfahren könnten in Zukunft sogar Wände aus Glas geschaffen werden, welche gerade bei thermal kritischen Umgebungen sogar noch eine isolierende Wirkung gegen Hitze und Kälte liefern würden.

Weitere Ansätze

Andere Ansätze benutzen für ihre Herstellungsmethoden zwar kein Glas, aber zumindest soll die Optik erreicht werden. Objekte aus dem Druckverfahren liefern allenfalls einen dekorativen Nutzen, wobei die verwendeten Kunststoffe natürlich auch für Produktion von Bildschirmen Verwendung finden könnten. Dennoch ist es ein weiter Schritt von einem Imitat hin zu echten Glas. Sollte sich die Technik aus Russland durchsetzen, so würde sich die architektonische Landschaft wohl sehr bald ändern, denn tragende Strukturen aus dem Material Glas, würden dann wohl kein Problem mehr darstellen.

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