Individuell angepasste Brillen aus dem 3D Drucker

Mit der Erfindung des 3D-Druckers wurde quasi eine neue Ära im Bereich der Produktionstechnik eingeleitet. Mussten viele Gegenstände früher aufwendig per Hand hergestellt werden, so ist es bereits heute gang und gäbe, dass das 3D-Druckverfahren zum Einsatz kommt. Natürlich möchte niemand mehr den Schritt zurückmachen, im Gegenteil soll die Anzahl der Waren, die mit der Technik hergestellt werden, noch viel weiterwachsen. Ein weiteres Anwendungsfeld welches sich gerade eröffnet, ist die Produktion von Brillen. Ein australisches Start-up hat sich darauf spezialisiert und möchte nun mit den Brillen aus dem Drucker jedem Kunden das passende Modell zur Verfügung stellen.

Passend gedruckt

„Spexy Me“ heißt die neue Firma und bietet mit ihrer Internetplattform ein innovatives Konzept an, welches dem Kunden sehr viel Aufwand erspart. Dabei geht es natürlich nur um die Brillenfassung und das Gestell – bifokal Linsen können auf diese Weise noch nicht produziert werden. Der Interessent muss sich lediglich vor seinen heimischen PC setzen und sein Gesicht mit der Kamera aufnehmen. Eine spezielle Software beginnt dann damit, das Gesicht vollständig zu vermessen. Besonders die Partien, die für die Brille von Bedeutung sind, werden dabei auf den Millimeter genau erfasst. Die Methode soll dazu beitragen, dass der Drucker absolut passgenaue Brillengestelle erzeugt. Etwa acht Stunden dauert der Druck und schon geht das Gestell auf seine Reise zum Kunden.

Doch nicht nur in Australien gibt es derartige Fortschritte. Auch in Deutschland existieren bereits zwei Unternehmen, die sich auf die Herstellung maßgefertigter Brillengestelle aus dem 3D-Drucker spezialisiert haben. In Zukunft werden es wohl noch weit mehr, denn gerade der Brillenmarkt für Kinder ist hier noch ein unerschlossenes Feld. Durch die extrem genaue Fertigung können die Brillengestelle sehr viel besser an die Kopfform der Kinder angepasst werden, was ein unangenehmes Gefühl beim Tragen verhindert. Obendrein sind auch noch coole Designs möglich.

Das Gesicht im Scanner

Doch neben all den innovativen Konzepten, welche sich derzeit auf dem Markt entwickeln, fehlt es in einigen Punkten noch an der richtigen Hardware und Software. Damit ein 3D-Drucker ein passgenaues Brillengestell herstellen kann, müssen die Maße so genau wie möglich erfasst werden. Nur ist das Gesicht in dem Sinne nicht ebenmäßig und kann nicht einfach mit einem Lineal vermessen werden. In vielen Fällen kommt es daher noch zu Abweichungen, die das Tragen der Brille nicht ganz so komfortabel gestalten, wie das eigentlich der Fall sein sollte. Doch auch das soll sich in Zukunft ändern, denn der bekannte Scanner-Produzent Fuel3D, welcher schon für einen revolutionären Handscanner zeichnete, kommt nun mit einer Technik zum Einscannen von Gesichtern daher.

Noch befindet sich das Scannsystem zwar in der Planungsphase, aber in den kommen zwei Jahren soll es bis zur Marktreife entwickelt werden. Von dem Zeitpunkt an soll es Optikern dann möglich sein, in weniger als 0,1 Sekunden absolut realistische Abbilder des Gesichtes zu erfassen. Die geringe Zeitspanne sorgt dafür, dass Abweichungen, die durch Bewegungen hervorgerufen werden, so minimal wie nur möglich gehalten werden. Die Daten können dann direkt an einen 3D-Drucker übermittelt werden, der sofort mit der Produktion des passenden Brillengestells beginnt.

Erst der Anfang

Doch all das ist erst der Anfang, denn irgendwann soll es sogar möglich sein, die Brillengläser selbst mittels des Druckprozesses herzustellen. Sollte das gelingen, so wären Brillengläser mit einer weit größeren Präzision als heute machbar. Die Dioptrien-Zahlen könnten also bis auf wenige Mikron bei der Fertigung exakt erreicht werden, viel genauer als heute. Das würde für alle Brillenträger eine absolut klare und maximale Sehschärfe bedeuten.

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