Perfekt an Ihren Fuß angepasst – Schuhe und Einlegesohlen aus dem 3D Drucker

Schuhe sind Hightechprodukte und haben nichts mehr mit ihren Anfängen gemein. Doch durch die Entwicklung des 3D-Drucks hat sich der Umstand noch einmal verändert, denn maßgefertigte Modelle, die sich perfekt an den Fuß des Trägers anpassen, können nun in einer ungeahnten Präzision hergestellt werden.

Der gedruckte Schuh

Einen Schuh zu drucken ist nicht einfach – das stellte sich schon bei den ersten Versuchen heraus. Das Material muss enormen Belastungen standhalten und auch auf verschiedenen Oberflächen einen gut Halt bieten. Zudem muss es gegen Wind und Wetter resistent sein und seinem Träger auch noch einen Schutz vor den Natureinflüssen liefern. Letztlich müssen die Schuhe auch noch gut aussehen, was gerade in der Anfangszeit der 3D-Drucker ein Problem darstellte. Doch haben sich inzwischen viele große Firmen mit dem Thema gedruckte Schuhe beschäftigt, und so ist es nicht verwunderlich, dass bahnbrechende Erfolge erzielt werden konnten.

Adidas ist dabei nur ein Beispiel für einen weltbekannten Produzenten, welcher inzwischen auf das Drucken von Schuhen setzt und seinen Kunden maßgefertigte Schuhe offeriert. Erst kürzlich verschenkte das Unternehmen an die Medaillen-Gewinner der Olympischen Spiele gedruckte Schuhe. Die Offerte zeigt, dass sich die auf diese Weise hergestellten Modelle, durchaus für den professionellen Einsatz anbieten.

Passgenau gedruckt

Doch ein wirklicher Vorreiter der Branche ist hier derzeit New Balance. Hier wurde der „Zante Generate“ gefertigt – der erste Laufschuh, der direkt aus dem Drucker stammt, und für den Käufer entsprechend angepasst wurde. Allerdings werden nur 44 Exemplare verfügbar sein, die dann auch noch zu einem Preis von 400 Dollar angeboten werden. Inzwischen ist das Angebot wohl vergriffen, wie man aus Kreisen der Firmenleitung hört.

Der spezielle Laufschuh soll dabei alle Anforderungen moderner Sportler erfüllen. Das Obermaterial stammt dabei aber nicht aus dem Drucker, sondern wurde auf konventionelle Weise verarbeitet. Das Besondere am „Zante Generate“ ist allerdings die Sohle, welche im Laser-Sinter-Verfahren aus DuraForm TPU gedruckt wurde. Durch die dadurch entstandene spezielle Wabenstruktur wird eine hohe Dämpfung erzeugt, wobei der Schuh gleichzeitig flexibel ist und einen guten Halt für den Fuß bietet.

Etwas kleiner

Wer nicht gleich einen Schuh für 400 Dollar bezahlen kann, kann heutzutage aber auch kleiner anfangen. Inzwischen gibt es auch Einlegesohlen aus dem 3D-Drucker, die durch das belgische Unternehmen Runners Service Lab hergestellt werden. Die hier produzierten Innensohlen haben sich mittlerweile derart bewährt, dass sogar Athleten bei den Olympischen Spielen auf die Sohlen zurückgegriffen haben.

Die Sohlen werden dabei nach neusten Erkenntnissen auf dem Gebiet der Sportmedizin gefertigt. Jeder Träger muss im Vorfeld eine Lauf- und Walkinganalyse durchlaufen, welche den genauen Bewegungsablauf der Person aufzeigt. Da durch das 3D-Druckverfahren sehr komplexe interne Strukturen geschaffen werden können, kann der Schwerpunkt auf der Sohle jederzeit dem Träger angepasst werden, was auch dazu dient Haltungsschäden zu korrigieren. Zudem ist das Material, aus dem sie hergestellt werden, sehr leicht, was das Gewicht des Schuhs nicht deutlich erhöht.

Anwenderzahl steigt

Auch Nike und Co. kommen inzwischen mit entsprechenden Sportmodellen daher und so wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis auch die ersten Schuhe für Nichtsportler im Handel erscheinen werden. Übrigens ist die Herstellung der Schuhe aus dem Drucker wesentlich umweltschonender als die herkömmliche Produktionsweise. Der Verbrauch an Material kann hier nämlich deutlich reduziert werden, sodass die Menge an erzeugtem Abfall erheblich geringer ausfällt.

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