Spezielle Lebensmittel aus dem 3D-Drucker

„Computer: Ein Steak bitte“ – die Vision aus Science-Fiction-Filmen, das Essen aus dem Computer, könnte nun bald zur Realität werden. Diverse Projekte in verschiedenen Ländern arbeiten derzeit daran, Nahrungsmittel fertig aus dem 3D-Drucker bereit zu stellen. Dabei soll das Essen sofort verzehrfertig sein, ohne dass es noch zusätzlich gekocht werden muss.

Das Steak aus der Tube

Was bei Astronauten bereits normal ist, kommt jetzt auch bei uns erdgebundenen Menschen auf den Tisch. Die gedruckten Lebensmittel sollen nämlich nicht aus normalen Zellen und Pflanzenfasern hergestellt werden, sondern aus einer speziellen gefrorenen Lebensmittelpaste. Aus dem Grundstoff wird dann das jeweilige Nahrungsmittel Schicht für Schicht zusammengebaut. Anders als bei anderen 3D-Druckverfahren soll der Prozess aber keine Stunden in Anspruch nehmen, sondern vergleichsweise schnell ablaufen. Je nach Komplexität der Lebensmittel kann aber durchaus eine dreiviertel Stunde vergehen. Zumindest ist das beim aktuellen Stand der Entwicklung der Fall. Doch das ist nicht das hauptsächliche Problem, dem sich die Forscher des Creative Machines Lab von der Columbia State University gegenübersehen. Noch fehlt einfach die richtige Programmiersprache, um dem Drucker das Kochen beizubringen.

Der Script-Code ist entscheidend

Damit der 3D-Drucker nicht nur die reinen Speisen produziert, sondern diese auch gewürzt und somit servierfertig erzeugt werden können, muss noch die richtige Software entwickelt werden. Schließlich müssen die Zutaten genau im richtigen Verhältnis kombiniert und bei der korrekten Temperatur gegart werden. Doch auch das Kochen selbst stellt noch ein Problem dar, denn in den 3D-Drucker, der bisher aus einem Roboterarm besteht, muss auch noch ein Infrarot-Heizelement integriert werden. Erst wenn das gelingt, kann es an den praktischen Einsatz gehen. Dabei sehen die Wissenschaftler die Verwendungsmöglichkeiten vor allem in Krankenhäusern und in Altenheimen, denn hier wird in größerer Menge stets frisches Essen benötigt.

Einsatz schon heute möglich

In anderen Ländern ist man beim Punkt Lebensmittel aus dem 3D-Drucker schon einen Schritt weiter. So plant das Isala-Krankenhaus in den Niederlanden schon in kurzer Zeit den Einsatz der Technik. Einige Lebensmittel wie typisch niederländische Speisen und einige Gemüsesorten können bereits jetzt auf diese Weise erzeugt werden. Die Klinik verspricht sich von dem Schritt eine wesentlich bessere Ernährung der Patienten, denn laut diverser Statistiken sind rund 20 Prozent aller Personen in Krankenhäusern nährstoffmäßig unterernährt.

Die Kost aus dem 3D-Drucker soll vor allen Krebspatienten helfen, den Genesungsprozess zu beschleunigen. Mittels der zur Verfügung stehenden Technik könnten die Nährstoffe sehr viel ausgewogener zusammengestellt werden, als das bei dem bisherigen Angebot der Fall sei. So bekommt jeder Erkrankte genau die Nährstoffkombination, die er für seine spezifischen Bedürfnisse benötigt, so ein Sprecher der Klinik. Die Verköstigung mit Nahrungsmitteln aus dem Drucker soll sogar über den Krankenhausaufenthalt hinaus beibehalten werden.

Große Pläne

Doch das Essen aus dem 3D-Drucker könnte in Zukunft noch viel mehr bewirken, als nur die Ernährung von Krankenhauspatienten oder Personen in Altenheimen zu gewährleisten. Wenn es nach dem Willen mancher Militärstrategen geht, dann sollen auch bald die US-amerikanischen Truppen mit einem solchen Drucker im Gepäck in den Einsatz gehen. Ein Hintergedanke dabei dürften auch die enormen Verpflegungskosten sein, die jedes Jahr bei Militäreinsetzen den Haushalt belasten. Selbst Fluggesellschaften haben die Technik bereits im Blick. So begann KLM erst kürzlich damit, seinen Fluggästen Bier im Trolley aus dem 3D-Drucker zu servieren. Da kann man dann wirklich nur noch Prost sagen.

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